Benjamin KÖHLER

Geboren am:
4.08.1980
Im Verein:
2013 - 2017
Vor Union:
1. FC Kaiserslautern (01/2013-13), Eintracht Frankfurt (2004-12/12), Rot-Weiss Essen (2003/04), Hertha BSC (2002/03), MSV Duisburg (2001/02), Hertha BSC (1998-2001), 1. FC Lübars (1997/98), Reinickendorfer Füchse (1993-97), Normannia 08 Berlin (1986-93)
Erstes Spiel für Union:
21.07.2013, 1.FC Union Berlin - VfL Bochum 1848 1:2
Letztes Spiel für Union:
1.04.2016, FC St. Pauli 1910 - 1.FC Union Berlin 0:0
Nach Union:
-
Karriereende:
2017
Nationalität:
Deutschland
Benjamin Köhler
Foto: unveu.de
 
Linker defensiver Mittelfeldspieler
EinsätzeKartenTorerfolge
Spiele:51 Rote Karten:0 Tore:6
Eingewechselt:8 Gelb-Rote Karten:0 Elfmeter:3 (3)
Ausgewechselt:17 Gelbe Karten:5
 
Saison Einsätze E. A. R. GR. G. Tore Elfm.
Trikot Nr.18 2.Bundesliga 2013/14 29 (34) 3 9 0 0 3 3 1 (1)
DFB-Pokal 2013/14 2 (3) 0 1 0 0 0 1 0 (0)
Trikot Nr. 7 2.Bundesliga 2014/15 18 (34) 3 7 0 0 2 2 2 (2)
DFB-Pokal 2014/15 0 (1) - - - - - - -
2.Bundesliga 2015/16 2 (34) 2 0 0 0 0 0 0 (0)
DFB-Pokal 2015/16 0 (1) - - - - - - -
2.Bundesliga 2016/17 0 (34) - - - - - - -
DFB-Pokal 2016/17 0 (2) - - - - - - -

Im Februar 2015 gab der 1.FC Union Berlin kurz hintereinander in zwei Verlautbarungen bekannt, dass sowohl Benjamin Köhler als auch die zu diesem Zeitpunkt 18-jährige Unionspielerin Lisa Görsdorf an Krebs erkrankt wären.

Der Reflex im Verein war Union-typisch, flugs wurde, frei nach dem Motto "Wer Stadien bauen kann, kann auch Krebs heilen", ein Aktionsprogramm gestartet, über 30.000 € wurden gesammelt, eine DKMS-Typisierungsaktion im Stadion gestartet, der Verein verlängerte den auslaufenden Vertrag des Erkrankten, das volle Programm eben.

Zurecht völlig ausgeblendet wurde dabei, dass der kleine Mittelfeldroutinier vorher nicht gerade zu den Herzbuben des Publikums zählte. Der im Sommer 2013 verpflichtete Köhler war nach einem guten ersten Halbjahr zusammen mit der ganzen Mannschaft in einen Abwärtsstrudel geraten, eine Entwicklung, die schlussendlich die Ära Neuhaus beendete. Nach dem plötzlichen Abschied von Union-Legende Torsten Mattuschka und dem ausbleibenden Aufschwung unter Neu-Trainer Norbert Düwel wurde Köhler dann zu einer Art Sündenbock für alles gemacht, was am angestrebten Umbruch schief lief und es waren wohl nur die ungeschriebenen Hausregeln der Alten Försterei, die das ständige Grummeln gegenüber dem Mittelfeldspieler nicht in ein Pfeifkonzert ausarten ließen.

Nach seinem krankheitsbedingten Ausscheiden war er dann plötzlich wieder jedermanns Liebling und sein Heilungsprozess und die verkündete Genesung wurden unter großer Anteilnahme begleitet. Die beiden Kurzeinsätze, die Benjamin Köhler im Frühjahr 2016 absolvierte, wurden stürmisch bejubelt, danach spielte er keine Rolle mehr und verließ den Verein im Sommer 2017 still und heimlich, ohne offiziell verabschiedet worden zu sein.

Lisa Görsdorf, die ähnlich wie Köhler im Sommer 2015 den Krebs besiegt zu haben schien, erlitt im April 2017 einen Rückfall. Es bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass sie wieder ganz gesund wird.