Loris KARIUS

Geboren am:
22.06.1993
Im Verein:
09/2020 - 2021
Vor Union:
FC Liverpool ENG (05/20-09/20), Besiktas Istanbul TUR (08/2018-05/20), FC Liverpool ENG (2016-08/18), Mainz 05 (08/2011-16), Manchester City ENG (2009-08/11), VfB Stuttgart (2005-09), SSV Ulm (10/2001-05), SG Mettenberg (2000-10/01)
Erstes Spiel für Union:
22.12.2020, 1.FC Union Berlin - SC Paderborn 07 2:3
Letztes Spiel für Union:
28.02.2021, 1.FC Union Berlin - TSG 1899 Hoffenheim 1:1
Nach Union:
FC Liverpool ENG (2021-)
Nationalität:
Deutschland
Loris Karius
Foto: Union-Programm
Torhüter
EinsätzeKartenTorerfolge
Spiele:5 Rote Karten:0 Tore:0
Eingewechselt:1 Gelb-Rote Karten:0 Elfmeter:0 (0)
Ausgewechselt:0 Gelbe Karten:0
Saison Einsätze E. A. R. GR.G.Tore Elfm.
20
Bundesliga 2020/21 4 (32) 1 0 0000 0 (0)
DFB-Pokal 2020/21 1 (1) 0 0 0000 0 (0)

Das Leben ist nicht immer fair und Fußball kann ein fieses Biest sein.

Der 1.FC Union Berlin stand im Sommer 2020 ohne ersten und zweiten Torhüter da und verpflichtete relativ zeitig innerhalb der Transferperiode Andreas Luthe. Den kannte man noch aus gemeinsamen Zweitligazeiten, in der Erstklassigkeit war er nie sonderlich in Erscheinung getreten - es war eine solide Verpflichtung. Luthe absolvierte die Vorbereitung und die ersten drei Pflichtspiele und dann, jetzt wurde es aber auch Zeit, besetzte man auch die zweite noch offene Torhüter-Planstelle. Mit Loris Karius.

Mit dem Loris Karius. Der hatte eine Freundin und einen Hund und Tattoos und außerdem kam er vom großen FC Liverpool, mit dem er ein Champions-League-Finale bestritten hatte. Und wahrscheinlich, sehr wahrscheinlich sogar, war er auch ein wirklich sehr guter Torhüter, dessen Karriere nur gerade eine schwere Delle hatte, der aber trotzdem im Leistungs-Ranking aller Union-Torhüter seit Vereinsgründung sich sehr weit vorne einordnen würde.

Wahrscheinlich.

Es bleibt eine Vermutung.

Denn als Karius auf Leihbasis kam, um sich die dringend benötigte Spielpraxis zu holen, hatte Luthe, siehe oben, schon drei Spiele gespielt, und das reichte für Trainer Urs Fischer offensichtlich aus, ihm das Vertrauen auszusprechen. Karius musste sich hinten anstellen - die allgemeine Verblüffung schwappte weit über das Boulevard hinaus - und mehr oder minder tatenlos mit ansehen wie sein Konkurrent eine weitestgehend makellose Saison absolvierte. Als er ihn im Pokal vertreten durfte, nahm das Ganze schon tragische Züge an, denn Loris Karius kassierte drei Gegentore gegen Zweitligist Paderborn, alle drei verschuldet von einer desolaten Leistung seiner sonst so zuverlässigen Vorderleute. Und später, als sich Andreas Luthe im Januar verletzte, da war der Status längst zementiert: Karius durfte spielen und rückte danach wieder ins zweite Glied. Wie man das so macht, als Ersatztorwart. Diese ganze Geschichte ging tatsächlich überraschend geräuschlos vonstatten, Karius war immer hochprofessionell, trotzdem war die Situation für den so hoch gehandelten natürlich extrem unbefriedigend, für seinen englischen Stammverein total sinnfrei und auch beim 1.FC Union Berlin wird man sich sicher gefragt haben, ob man für eine Handvoll Spiele im Jahr nicht auch etwas tiefer ins Regal hätte fassen können.

Am Ende der Saison lief der Leihvertrag aus und die Wege von Loris Karius und dem 1.FC Union trennten sich wieder, vermutlich, ohne dass einer von beiden bei dem anderen einen großen Verlustschmerz hinterlassen hätte.